KI verstehen: einfach erklärt – für Seniorinnen und Senioren
Künstliche Intelligenz (KI) begegnet uns heute überall – beim Schreiben von Texten, bei der Reiseplanung, in Smartphones, Staubsaugern oder beim Erkennen von Betrugsnachrichten. Viele Seniorinnen und Senioren fragen sich: Was steckt dahinter? Kann mir das helfen? Und wo muss ich vorsichtig sein?
Auf dieser Seite zeige ich Dir verständlich, wie KI im Kern funktioniert, wofür sie im Alltag sinnvoll ist und wo ihre Grenzen liegen. Du brauchst dafür kein technisches Vorwissen.
Was KI im Alltag konkret für Dich tun kann
- Briefe und E-Mails formulieren (z. B. an Behörden, Versicherungen, Vermieter)
- Bedienungsanleitungen erklären – Schritt für Schritt
- Texte vereinfachen oder zusammenfassen
- Rezepte anpassen (zuckerarm, kleinere Portionen, bestimmte Zutaten weglassen)
- Reisen und Ausflüge planen – mit Pausen und kurzen Wegen
- Betrugsnachrichten und seltsame Angebote besser einordnen
- Ideen liefern: Geschenke, Beschäftigung, Übungen, Spiele, Formulierungen
Viele dieser Aufgaben erledigt eine KI erstaunlich gut – solange man weiß, wie man sie richtig einsetzt. Dafür helfen Dir die drei Grundregeln unten.
Grundregel 1: KI ist kein Lexikon, sondern ein Sprachkünstler
Viele denken, eine KI wie ChatGPT oder unser Chatbot hier sei wie Google: Sie suche nach Fakten. Das ist falsch.
Stell Dir die KI eher wie einen sehr belesenen, aber manchmal etwas geschwätzigen Stammtischbruder vor. Sie hat Milliarden von Texten gelesen und gelernt, sinnvolle Sätze zu formulieren. Sie verwendet dabei statistische Methoden (ob dies eine Stärke oder Schwäche ist, darüber kann man trefflich diskutieren) und orientiert sich deshalb keineswegs an Fakten, sondern an Gelesenem.
Die Gefahr: Die KI kann sehr überzeugend klingen, auch wenn sie wie manche Menschen Unsinn erzählt (man nennt das "Halluzinieren").
Der Rat: Nutze KI für Kreatives, für Zusammenfassungen oder Ideen. Aber überprüfe wichtige Fakten (Gesundheit, Recht) immer noch einmal selbst oder frage einen Fachmann!
Grundregel 2: Gute Antworten beginnen mit guten Fragen
Die Qualität der Antwort hängt davon ab, wie gut Du fragst. In der Fachsprache nennt man die Eingabe einen "Prompt".
Sei so präzise wie möglich. Gebe der KI eine Rolle.
Praktischer Tipp: So kannst Du nachbessern
- Wenn Dir die Antwort zu lang ist: "Fasse das in 5 Sätzen zusammen."
- Wenn es zu kompliziert ist: "Erkläre das einfacher, ohne Fachwörter."
- Wenn Du Varianten willst: "Gib mir 3 Vorschläge in unterschiedlichem Ton."
- Wenn Du sicher gehen willst: "Welche Punkte könnten falsch sein? Wo muss ich prüfen?"
Grundregel 3: Höflichkeit lohnt sich – auch bei Maschinen
Muss man zu einer Maschine "Bitte" und "Danke" sagen?
Ob künstliche neuronale Netze eines Tages Empfindungen haben könnten, ist eine tiefe philosophische und wissenschaftliche Frage, die ich schon 1979 in meinen Vorlesungen diskutiert habe. Wir wollen sie auch hier bewusst offen lassen.
Unabhängig davon zeigen Studien interessanterweise: Wenn wir höflich und respektvoll formulieren, liefert die KI oft präzisere und hilfreichere Antworten. Es lohnt sich also – für das Ergebnis und für unseren eigenen Umgangston – höflich zu bleiben.
Worauf Du bei der Nutzung von KI achten solltest
- Gib keine Passwörter, Kontodaten oder andere vertrauliche Informationen ein.
- Sei vorsichtig mit persönlichen Gesundheitsdaten. Bei medizinischen Fragen immer ärztlichen Rat einholen.
- Überprüfe wichtige Aussagen (Gesundheit, Recht, Geld) über eine zweite Quelle.
- Traue nicht blind einer Antwort, nur weil sie sehr überzeugend klingt.
- Wenn Dir etwas komisch vorkommt: frage nach, bitte um Begründungen oder lass Dir Alternativen geben.
Bereit für den ersten Versuch?
Gehe zu unseren KI-Werkzeugen und teste z. B. unsere KI-Pythia. Probiere zum Beispiel den Prompt:
"Erkläre mir Quantenphysik, als wäre ich 10 Jahre alt."
oder
"Gib mir ein Rezept für einen Apfelkuchen mit wenig Zucker."
Videos zum Thema
Ich möchte auch auf meine Vorträge zur Evolution und Erläuterung der Künstlichen Intelligenz und ihrer Potentiale verweisen. Es ist mein Ziel auch in Zukunft für unseren Freitagsclub externe, kompetente Rednerinnen und Redner zum Thema "KI und Roboter" einzuladen, besonders gerne wenn ein Bezug zu den Problemen und Sorgen von Senioren besteht.
Letzte Online-Veranstaltung
❎ Freitag, den 5.12.2025 Start um 19 Uhr 30
Prof. Dr. Alexander König (Lehrstuhl für Robotik und Systemintelligenz, TU München):
KI und Roboter als Helfer in der Pflege